|
MS: Ich bezwang den Piz Palü
Die MS ist nicht meine Feindin,
nicht mehr!Sie ist vielmehr meine neue Geliebte. Zwar keine Schönheit, dafür aber
eine treue Seele, die mich überall hin begleitet. Mit festem aber behutsamen Griff
dirigiere ich sie durch mein Leben: Die Widerspenstige ist gezähmt.
Veröffentlicht
in "für uns – vita sana" Nr.6/99
 |
-
„Ich, Herr L. T. aus Vilters, 55-jährig, bin ein begeisterter Kletterer und Bergsteiger. Die Berge sind meine Leidenschaft, mein Leben. Das Schicksal „Multiple Sklerose“ ereilte mich ausgerechnet auf einer
Bergbesteigung. Während des Aufstiegs auf den 3200 m hohen Ringelspitz bemerkte mein begleitender
Sohn, dass mein Gang plötzlich Zeichen von Unsicherheit zeigte.
|
Beim Abstieg, da fiel die „MS“ über mich her. Stützend und mit Kopfschmerzen
brachte mein Sohn mich, den mittlerweile nur noch torkelnden Vater, zu Tal.
Drei Wochen später die Diagnose, warum ich? Eine Welt brach zusammen.
Das war im August 1997. Primär
chronische Verlaufsform. Von nun an heftete sich die Krankheit bei jedem Tritt
an meine Fersen.“
Der 55-j. Herr T erschien erstmals im April 1998 in meiner Sprechstunde. Zu
der Zeit war er bestenfalls noch in der Lage, kleinere Hügel zu bewandern. Ich
erklärte ihm die Therapie nach dem 8-Säulen-Konzept und den besonderen Stellenwert
der Einstellung zur Krankheit.
Der Berg ruft.
Im August 1998, unter besagter Therapie mittlerweile recht trittsicher, mit
Kraft in den Beinen und bepackt mit viel Selbstbewusstsein, wollten er und sein
Sohn die Herausforderung annehmen: Die Besteigung eines Viertausenders, des
Piz Palüs.
Herr T.: „Ich nahm im Geist meine „Geliebte“ zur Hand und führte sie an den
Berg. Dann säuselte ich ihr ins Ohr: „Tut mir leid, meine Geliebte, ich kann
dich jetzt nicht mehr führen, ich brauche meine Hände zum Klettern. Aber ich
packe dich in meinen Rucksack und trag dich hinauf. Wenn du brav bleibst und
nicht muckst, dann zeige ich dir oben die Welt“.
Es blieb nicht beim Piz Palü. Mittlerweile hat Herr T. soviel an Selbstsicherheit
gewonnen, dass er auch ohne Begleitung seines Sohnes wieder kleinere Berge besteigt.
Seit dem Therapiebeginn ist ein
Jahr verstrichen, der Erfolg anhaltend. Seinen Hausberg, den Pizol, schafft
er mühelos wieder in seinen gewohnten 2 Stunden.
Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren beeinflussen die Entzündung
Einfach ausgedrückt: Omega-6 Fettsäuren (Linol- und
Arachidonsäure) fördern die Entzündung, Omega-3 Fettsäuren (Fischöle) bremsen
die Entzündung.
Noch vor wenigen Jahren fanden diese Begriffe in medizinischen Büchern und
Zeitungen kaum Erwähnung, geschweige denn wurde ihre enorme Bedeutung für die
Entzündung erkannt. Tierischen Fetten und Fleisch im allgemeinen haftete schon
vor 20 Jahren der Ruf an, entzündungsfördernd zu wirken. Heute wissen wir warum:
Tierische Produkte enthalten Arachidonsäure, den „Brennstoff“ für jede Entzündung.
Mit der Abwertung der tierischen Fette wurden die „hochwertigen“ pflanzlichen
Fette und Öle zur Anti-Entzündungs-Nahrung schlechthin hochstilisiert. Wie wir
heute wissen bedarf diese mittlerweile tiefverwurzelte Volksmeinung einer Korrektur.
Planzliche Fette und Öle sind linolsäurereich. Distelöl besteht zu 74% aus
Linolsäure, Olivenöl zu 8%. Aus der in unseren Zellen eingelagerten Linolsäure
stellt der Körper bei Bedarf, eben bei Entzündung, die Arachidonsäure her. Je
fetter das tierische Produkt ist (Fleisch, Milch, Milchprodukte), desto höher
ist der Anteil an der Arachidonsäure.
Diese Kenntnis gilt es zu nutzen und in ein praktikables Konzept umzusetzen:
Niederhalten der „feindlichen Armee“:Arachidonsäurearme Lebensweise.
Nachschub an „Kämpfern“ drosseln:
Mässigung im Linolsäureverzehr.
Ausbau der „Verteidigung“: Nahrungsergänzung
mit Fischöl.
Stärkung der Logistik:
Vitamine, Mineralien, Spurenelemente.
Einschleusen von „Guerillakämpfern“: Antioxidantienreiche Ernährung
Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3 Verbindungen ist eine
entscheidende Voraussetzung für unsere Gesundheit. Bei längerdauernder arachidonsäurearmer
Ernährung erinnert sich der menschliche Stoffwechsel wieder an die Linolsäure
und stellt daraus die Arachidonsäure her. Bereits einmalige Diätfehler (Nüsse,
Distelöl) können entzündliche Schübe auslösen.
Das Gebot, auch den Linolsäureverzehr einzuschränken, ist neu, beinahe revolutionär.
Was fast jahrzehntelang für den Entzündungskranken als uneingeschränkt gesund
angepriesen wurde, die hochwertigen pflanzlichen Fette und Öle, darf so krass
nicht mehr empfohlen werden.
Die Tatsache, dass mit einer entsprechenden Ernährungs- und Lebensweise, gegebenenfalls
Zufuhr von Fischöl, Vitamin E und anderen Nahrungsergänzungsmitteln, jede Art
von chronischer Entzündung im menschlichen Körper, ob Multiple Sklerose oder
Rheuma, beeinflusst werden kann,
soll je länger je mehr unser Bewusstsein prägen. Dass die Psyche die Selbstheilungskraft
bestimmt, erkannte schon Demokritos:
„Da flehen die Menschen die Götter um Gesundheit an und wissen nicht, dass
sie die in sich selber tragen“.
|