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Schilddrüsenerkrankungen
Oft vergessen:
Die Schilddrüse
Die
Schilddrüse ist die grösste Hormondrüse im menschlichen Körper.
Als zentrales Glied in der Kette der hormonellen Regulation bestimmt sie mit
den von ihr gebildeten Botenstoffen die Geschwindigkeit der Stoffwechselvorgänge.
An die Diagnose der „unterschwelligen Schilddrüsenunterfunktion“, der sogenannten
„latenten Hypothyreose“, wird in der Praxis viel zuwenig gedacht.
Schilddrüsenhormone sind Botenstoffe, die in allen Organen und Zellen wirken
und an nahezu allen biologischen Prozessen beteiligt sind: Bei der Empfängnis,
bei der Entwicklung des Kindes im Mutterleib, in der Pubertät und in den sogenannten
Wechseljahren. Ihr Einfluss erstreckt sich auf beinahe alle Funktionen im menschlichen
Körper: Entwicklung und Leistung des Gehirns, Herztätigkeit, Kreislaufregulation,
Darmtätigkeit und Wachstum, um nur einige wichtige Beispiele zu nennen.
Trotz der immer besseren Untersuchungsmethoden ist die Diagnose der „unterschwelligen
Schilddrüsenunterfunktion“, der sogenannten „latenten Hypothyreose“,
immer noch ein Gebiet, an das in der Praxis viel zuwenig gedacht wird. Keines
der derzeit üblichen Laborverfahren ist in der Lage, die wirkliche Funktion
der Schilddrüse für den Gesamtorganismus genau zu erfassen. Dazu wäre es notwendig,
die Schilddrüsenhormone dort zu messen, wo sie in der Tat ihre Wirkung entfalten:
Nämlich in der Zelle selbst.
Vorerst einmal ist an ein Schilddrüsenproblem zu
denken, wenn eine oder mehrere dieser Fragen mit ja beantwortet werden:
Ist Ihnen eine Vergrösserung der Schilddrüse aufgefallen?
Haben Sie Schmerzen am Hals?
Leiden Sie an Schluckbeschwerden?
Hören Sie beim Atmen ein pfeifendes Geräusch?
Hat sich Ihr Gewicht unerklärlich verändert?
Sind Sie empfindlicher geworden gegen Kälte oder Wärme?
Beobachten Sie Haarausfall?
Beobachten Sie Zittern?
Beobachten Sie Innere Unruhe und Nervosität?
Beobachten Sie eine Veränderung der Augen?
Beobachten Sie eine Veränderung der Haut?
Leiden Sie an chronischem Durchfall oder Verstopfung?
Leiden Sie Regelstörungen?
Besteht unerfüllter Kinderwunsch?
Besteht familiäre Belastung mit Karzinom - Krankheiten?
Hatten Sie je eine Bestrahlung im Halsbereich?
Bei einer Vielzahl von Störungen ist man verpflichtet, die Möglichkeit einer
„latenten Hypothyreose“ in Betracht zu ziehen. Das Labor kann uns hier bereits
erste Hinweise auf eine Funktionsstörung geben. Diagnostisch schwierig abzugrenzen
ist der Grauzonenbereich, wenn die Schilddrüsenwerte „noch“ im Normbereich liegen,
andererseits aber bereits schilddrüsenverdächtige Symptome vorliegen. Hier hilft
manchmal nur ein Therapieversuch.
Eine „latente Hypothyreose“ kann sich hinter vielen
Störungen verbergen:
Antriebsschwäche, Gedächtnisschwäche, Depression, erhöhte Blutfette, träge
Verdauung, Verstopfung (wenn ältere Menschen an einer Verstopfung leiden ist
stets an eine Schilddrüsenunterfunktion zu denken!), hormonelle Störungen jeder
Art, Libidoverlust, Potenzschwäche, Gewichtszunahme (eine Schilddrüsenunterfunktion
verlangsamt den gesamten Stoffwechsel), kalte Hände und Füsse, trockene und
rissige Haut, schlechte Wundheilung, langsames Haarwachstum.
Eine schwere Schilddrüsenunterfunktion - Hypothyreose -
lässt sich anhand klarer, unmissverständlicher Anzeichen und Laborwerten
diagnostizieren und muss nach schulmedizinischen Grundsätzen - mit Schilddrüsenhormonen
- behandelt werden. Bei der “latenten“
Hypothyreose und ganz besonders im Grauzonenbereich dürfen vorerst alternative
Möglichkeiten versucht werden.
Präparate Auswahl:
Supplemente |
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Organtherapeutika
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Homöopathie
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Vitalstoffe
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Algasan - Kelpalge (Bioforce)
Jodine&Thyrosine
(Thorne)
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Glandula Thyreoidea D6 (Wala)
Thyreoidea D5 comp. (Wala)
Thyreoidea comp. (Heel) |
Armour-Thyroid
(getrocknetes Schilddrüsenextrakt vom Schwein)
(Forest Pharmaceuticals)
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Spongia D4
Jodum D6
Thyreo-loges
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Vitamin E
Vitamin-B Komplex
Jod (als Kelp)
Selen
Zink
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Der Fall – Schilddrüsenunterfunktion im „Grauzonenbereich“
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Bea W, eine schlanke, sportlich trainierte 32-jährige Arztgehilfin klaqte
seit Monaten über eine zunehmend trockene Haut, spröde, langsam wachsende
Haare, Schwellungen der Augenlider, wandernde Gelenkschmerzen, Müdigkeit,
Leistungseinbusse und allgemeines Unwohlsein. Im Labor waren die Schilddrüsenwerte
alle im Normbereich. Es fanden sich lediglich erniedrigte Werte für Zink,
Chrom und Selen. Trotz Korrektur besserten sich die Beschwerden aber nicht
vollständig. Nach einem mehrwöchigen Therapieversuch mit Eltroxin, einem Schilddrüsenhormon,
verschwanden alle Symptome, kehrten aber nach Absetzen wieder zurück. Erst
die Therapie mit Kelpalgen, Vitamin-B Komplex und Thyreoidea comp. Heel als
Eigenbluttherapie verabreicht führte zum Erfolg. Seit nunmehr 5 Jahren ist
sie beschwerdefrei, nimmt aber täglich Supplemente zu sich, die insbesondere
Selen, Zink, Vitamin-B Komplex und pflanzliche Antioxidantien enthalten.
Die Schilddrüse kann in ihrer Funktion eingeschränkt werden durch übermässigen
Genuss roher Nahrungsmittel wie Kohl, Sojaprodukte (enthalten pflanzliche Östrogene),
Erdnüsse, Pinienkerne, Hirse, zuviel Östrogen, zuviel Zink ohne zusätzliche
Manganeinnahme , Eisen (Gegenspieler zu Jod), ferner durch einen Mangel an Vitalstoffen
wie Selen, Jod, Vitamin E, Vitamin-B Komplex und Zink.
Die Schilddrüsenerkrankungen
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Jodmangelstruma
- Kropf |
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Nach den Eiszeiten haben ungeheure Mengen von Schmelzwasser praktisch
alle Jodsalze aus dem Boden gewaschen. Das ist der Grund, weshalb
unser Trinkwasser fast kein Jod mehr enthält. Nur wenn das Spurenelement
Jod in ausreichender Menge vorhanden ist, kann die Schilddrüse ihre
Hormone erzeugen. Bei schlechter Jodversorgung dagegen kommt die Schilddrüse
in eine Notsituation: Sie vergrössert sich zum „Kropf“.
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Schilddrüsen
- Inseln |
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Die Ausbildung eines Kropfes ist die eine Art, in der die Schilddrüse
auf den Jodmangel reagieren kann. Eine andere Reaktion auf den Jodmangel
ist die Ausbildung von „Inseln“ innerhalb der Schilddrüse. In diesen
Inseln werden die Schilddrüsenhormone „wild“ gebildet und ungeregelt
an den Körper abgegeben.
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Knotenkropf
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Der Knotenkropf ist das Ergebnis einer lange andauernden Schilddrüsenerkrankung,
an deren Anfang der Jodmangel steht. "Heisse Knoten" bilden
Schilddrüsenhormone im Übermass, "kalte Knoten" bilden wenig
oder keine Hormone.
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Schilddrüsenüberfunktion
- Hyperthyreose |
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Bei einer Überfunktionsstörung gibt die Schilddrüse zuviel Hormone
an das Blut ab und der Stoffwechsel im ganzen Körper wird angekurbelt:
Schneller Puls, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Heisshunger, Gewichtsabnahme,
Müdigkeit, Wärmeempfindlichkeit, Schweissneigung, Durchfall, Zittern.
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Behandelt
wird mit schilddrüsenhemmenden Mitteln - sog. Thyreostatika.
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Verschiedene
Schilddrüsenerkrankungen gehen mit einer Überfunktion einher.
Bekannt ist der Morbus Basedow – eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.
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Schilddrüsenunterfunktion
- Hypothyreose |
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Hier ist das Gegenteil der Fall. Die Schilddrüse gibt zuwenig Hormone
an das Blut ab und der Stoffwechsel wird verlangsamt: Müdigkeit, langsamer
Puls, Antriebsarmut, Depression, trockene Haut, Konzentrationsschwäche,
Kälteempfindlichkeit, rauhe Stimme, Verstopfung, Gelenkbeschwerden.
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Ein
solcher Zustand tritt auf nach Operationen oder Bestrahlungen der
Schilddrüse, bei chronischen Schilddrüsenentzündungen und anderen
Erkrankungen.
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Die
Behandlung besteht immer im Ersatz der fehlenden Schilddrüsenhormone
in Form von Tabletten oder der Kapseln. Die Dosierung ist einfach.
Ziel der Behandlung ist die normale Stoffwechsellage.
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Autoimmunerkrankungen
der Schilddrüse |
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Den Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse liegt eine Fehlsteuerung
im Immunsystem zugrunde. An der Zellwand andockende Antikörper lösen
das Krankheitsgeschehen aus.
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Autoimmunerkrankungen
der Schilddrüse können von Autoimmunerkrankungen anderer Organe begleitet
werden.
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Unterschiedliche
Arten von Antikörpern führen zu unterschiedlichen Erkrankungen.
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Anregende
Antikörper |
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Anregende Antikörper sind die Ursache für den Morbus Basedow,
bei dem wie oben erwähnt, der Stoffwechsel durch zuviel Hormone angeregt
wird.
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In
einigen Fällen kommt es zur Ausbildung eines „Exophthalmus“, d.h.
zu einer scheinbaren Vergrösserung der Augen, die aus den Augenhöhlen
hervortreten. Der Grund dafür ist eine Vermehrung des Bindegewebes
in der Augenhöhle hinter den Augäpfeln.
Die Behandlung wird nur erforderlich, wenn sie stärker ausgeprägt
und/oder zunehmend ist.
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Zerstörende
Antikörper |
Zerstörende Antikörper führen zu einer chronischen Entzündung der
Schilddrüse, der chronischen Immunthyreoiditis Hashimoto. Die Erkrankung
verläuft schmerzlos und mündet früher oder später in eine sich langsam
und schleichend entwickelnde Schilddrüsenunterfunktion. Wichtigster Schritt
zur richtigen Diagnose: Der Arzt muss an die Möglichkeit einer Hashimoto
Erkrankung denken. Hinter einer sich langsam entwickelnden Verstopfung
kann sich eine solche Erkrankung durchaus einmal verbergen.
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Akute
bakterielle Schilddrüsenentzündungen |
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Eine
Infektion der Schilddrüse mit Bakterien ist ziemlich selten. Das schwere,
hochfieberhafte Krankheitsbild bedarf meist einer Behandlung im Spital.
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Virusinfektion
der Schilddrüse, die sog. Thyreoiditis de Quervain
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Die de Quervain Erkrankung tritt im Rahmen von Virusinfekten allgemeiner
Art auf und kann mehrere Monate andauern, heilt aber vollständig aus.
Oft bleibt eine Schilddrüsenunterfunktion zurück. Der Patient braucht
viel Geduld, da die Erkrankung wirklich mühsam und langwierig sein
kann.
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Chronische
„eisenharte“ Schilddrüsenentzündung Riedel
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Die "eisenharte" Riedel Erkrankung tritt extrem selten auf.
Die Ursache, die hier zu einer Entzündung mit starker Verhärtung des
Gewebes führt, ist unbekannt.Eine chirurgische Entfernung der Schilddrüse
ist meist unumgänglich.
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Adenome
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Schilddrüsenadenome sind gutartige Neubildungen iin der Schilddrüse,
die in Form von Knoten auftreten.
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Karzinome
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Schilddrüsenkarzinome
sind selten vorkommende bösartige Neubildungen der Schilddrüse, meist
gut zu behandeln und mit guter Prognose.
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Die Schilddrüse liegt wie ein
Schmetterling in der vorderen Halsregion unterhalb des Kehlkopfes vor
der Lüftröhre.
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Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät
und
zu viel Hormone produziert, werden viele Organe in
Mitleidenschaft gezogen.
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Jod, das für eine ungestörte Funktion der Schilddrüse
unentbehrliche Spurenelement, nimmt der Mensch
grösstenteils durch die Nahrung auf.
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Bildquellen: unbekannt
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