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Fusswarzen - Plantarwarzen - sind lästig und therapeutisch hartnäckig

Viele Methoden - Operation, Kälte, Laser - sind schmerzhaft und mit Rezidiven belastet.
Die "Plantarwarzensalbe" - Methode ist praktisch schmerzfrei und Rezidive sind selten.

Plantarwarzensalbe - Das Rezept

Acid. sal.
 
Beta-Naphtol.
 
Resorcinol
 
Ol. thymi
 
Phenol. liq
aa 13.3 %
Ad. lanae
10.0 %
Vaselin. flav.
23.5 %

 

Vorgehen

Zuerst ein dickes Lochpflaster aufkleben, sodass sich die Warze in der Mitte befindet und ein warzenfreier Saum von 4 mm mitbehandelt werden kann. Pflaster also nicht zu knapp wählen.
Bewährt haben sich die sog. Scholl Ringe, die in verschiedenen Grössen in jeder Drogerie/Apotheke erhältlich sind.

Nun wird das Loch in der Mitte vollständig mit der Plantarwarzensalbe gefüllt.

Das Ganze mit einem breiten , grossen Heftpflaster abdecken.

Morgens und abends Loch neu füllen, gegebenenfalls Scholl Ring einmal täglich erneuern.
Der Scholl Ring wird durch das Gehen platt getreten.
Duschen ist problemlos.

Nach 1 Woche soll der Arzt/Fusspflegerin alles verquollene Gewebe so gut wie möglich mit dem Skalpell entfernen. Man muss sich richtig in "die Tiefe" vorarbeiten.

Die Plantarwarzensalbe greift nur Hornhaut und Warzengewebe an. Die gesunde Schicht unter der Haut wird nicht angegriffen.

Nach 1-3 Wochen ist das Warzenproblem im Allgemeinen erledigt.

Wichtige Bemerkungen

Rezept und Vorgehensweise wurden ca. 1984 in der Medical Tribune von einem Arzt aus Berlin veröffentlicht.
Bis dahin bestand meine Behandlung wie üblich im Schneiden, Vereisen, Kautern oder Betupfen.
Seither habe ich hunderte von Warzen mit dieser Salbe behandelt, als Schularzt auch sehr viele Schulkinder.

Wie immer gilt der eiserne Grundsatz:

Besprechen Sie die Therapie mit Ihrem Arzt. Hinter einer "banalen *Warze" könnte sich auch einmal eine Krebsgeschwulst verstecken!

Grossflächige Warzen: Behandlung nur unter ärztlicher Kontrolle!

Hier meine Erfahrungen:

1. Viel seltener Rezidive als mit den erwähnten Methoden.
2. Nie Narbenbildungen
3. Nie irgendeine Nebenwirkung der besonderen Art, obwohl die Phenole grundsätzlich
toxisch wären. Vorsichtshalber wende ich die Salbe deswegen in der Schwangerschaft
nicht an.

Die Salbe "nekrotisiert", besser "verquillt", ausschliesslich Hornhaut- und Warzengewebe, niemals die gesunde Unterhaut. Entfernt man mit dem scharfen Messer vorsichtig die verquollene Haut beziehungsweise entfernt im Falle einer Blasenbildung den Deckel sieht man stets rosige Haut, ev. Noch die Warzenwurzel (Warzenrest), den man vorsichtig mit Silbernitrat oder einem ähnlichen Mittel betupfen kann.

Auf den ersten Blick sieht die behandelte Gegend „schrecklich“ aus. Das ist normal.

Die erwachsene Hornhaut ist lederig und Blasenbildungen sind selten. Je jünger der Mensch (Kinder insbesondere), je mehr ist mit einer Blasenbildung zu rechnen. Die Blase steht unter Druck und kann starke Schmerzen beim gehen hervorrufen. Nach Punktion entleert sich eine braune, dickliche Flüssigkeit. Dabei handelt es sich NIE um Eiter, nie um Infektion. Der Schmerz verschwindet danach schlagartig. Ich sehe Blasenbildungen gerne, weil damit die Warze meist erledigt ist.
In sehr seltenen Fällen kann sich die Haut in der Umgebung entzünden. Dann ist, schon wegen der Schmerzen, die Behandlung vorübergehend zu unterbrechen.
Es ist von grösster Wichtigkeit, die gesunde Umgebung abzudecken (Schollring mit Loch in der Mitte).

Schmerzen:

Je nach dem Zustand der Hornhaut (alt – jung) können nach einigen Tagen Schmerzen auftreten = lästig, aber harmlos. Schmerzen sind grundsätzlich ein Zeichen von Blasenbildung.

Behandlungsverlauf

Nach 1 Woche sieht man ein verquollenes Gewebe, das nicht schön aussieht.
Je jünger die Haut, desto eher bildet sich unter dem verquollenen Gewebe eine Blase.

Bei Kindern und Jugendlichen ist bereits nach 5 Tagen eine Blasenbildung zu erwarten, was dann beim Gehen recht schmerzhaft sein kann. Es lohnt sich in jedem Fall, die Blase "reifen" zu lassen. Die "braune Sosse", die sich beim Anstechen der Blase entleert, ist aufgelöstes Gewebe und nicht Eiter wie fälschlicherweise oft vermutet. Wenn man  in der Mitte noch einen kleinen "Zapfen, einen Warzenrest, sieht, dann muss nochmals eine Woche lang behandelt werden.

Trotz des grossen Hautdefekts bleiben mit dieser Methode nie Narben oder Schmerzen zurück.

Entzündliche Reaktionen sind selten: Therapie für 1-2 Tage unterbrechen und dann weiterfahren. Ev. einen nassgemachten Kamillen-Teebeutel auflegen.

 

Behandlungsdauer

 

Aussehen
Nach 1 Woche Behandlung mit Plantarwarzensalbe
Nach 1 Woche Behandlung mit Plantarwarzensalbe

Nach 1 Woche Behandlung mit Plantarwarzensalbe

Teilentfernung mit dem Skalpell

 

Nach 2 Wochen Behandlung mit Plantarwarzensalbe

Warze zentral gut sichtbar

Nach 3 Wochen Behandlung mit Plantarwarzensalbe

Grund sauber, warzenfrei

Narbenfreie Abheilung

 


Nachbehandlung



1. Wahl:

Schöllkraut (Chelidonium majus).
Im Schöllkraut



 

2. Wahl:

Gartenwolfsmilch (Euphorbia peplus).
Offiziell wird bei Warzen aber die Zypressen-Wolfsmilch angewendet (Euphorbia cyparissius).
Die Wirkung der Wolfsmilch ist aber geringer als die des Schöllkrauts, weil ihr virushemmende Substanzen fehlen, die das Schöllkraut auszeichnen


 

Gartenwolfsmilch - Nahaufnahme



Nach Abschluss der Behandlung soll für 1-2 Tage etwas Thujasaft aufgetragen werden: Thujanadeln mit einem Hämmerchen zerschlagen.

Variante: Zerschlagene Thujanadeln während einer Nacht auf die Wundfläche auftragen und abdecken. Warzen vertragen keinen Thujasaft.
Innerlich können unterstützend Thujatropfen in D30 verabreicht werden.


Moderne, dermatologische Behandlungsmethoden:

Stickstoffbehandlung
Keratolyse mit Guttaplast und Verrumal Lösungen.
Bestrahlung mit WiRa (Wassergefiltertes Infrarot, Uni Jena, Fa. Heine Vertrieb: schmerzfrei und sehr erfolgreich.
Besprechen Sie sich mit Ihrem Arzt oder Dermatologen!