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Lichen sclerosus et atrophicus


Lichen im Schambereich - Kein Grund zur Verzweiflung

Der Lichen sclerosus ist eine chronische, entzündliche Bindegewebserkrankung der Haut und vorwiegend im Scham- und Analbereich lokalisiert. Die Krankheit schreitet langsam bis rasch fort. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, deren Ursache unbekannt ist.

Der Erkrankung kann jahrelang ein starker Juckreiz voran gehen

Oft berichten Frauen über einen umschriebenen Juckreiz an irgendeiner Stelle im Bereich der Schamlippen. Innerhalb weniger Wochen kann es zu einer raschen Progredienz mit Verklebung der Klitoris kommen. Zu diesem Zeitpunkt sollte die "liegende Acht" sichtbar sein: Eine weissliche Verfärbung rund um den Analkanal und den Schamlippenbereich mit einem Balken im Dammbereich. In der Juckreizphase wird die Krankheit sozusagen immer verkannt, meist als Pilz fehl diagnostiziert und als solchen fehl behandelt. Eine lange Odyssee von Arzt zu Arzt, von Naturheiler zu Naturheiler, ist die Regel. Dabei wäre es gerade in dieser Phase am wichtigsten, an das Vorliegen eines Lichen zu denken. In dieser Vor-Phase, wo noch keine sichtbaren Hautveränderungen und keine Verklebungen sichtbar sind, ist die Aussicht auf Heilung am grössten.

Nach Ausschluss einer anderen Ursache beginne ich in der Juckreizphase ohne lange Umschweife mit "Protopic": Anwendung 2x täglich, morgens und abends. In der Regel Monate bis +/- 2 Jahre. In den ersten 1-4 Wochen ist eine leichte Zunahme des Juckreizes zu erwarten, danach aber ziemlich rasche Besserung, innerhalb 1-2-3 Monaten, bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit. Protopic wird langsam reduziert und parallel dazu eine bestimmte Pflegecreme und je nach Testung auch eine bestimmte Hormonsalbe verordnet. Die meisten andern Pflegecremes und Hormonsalben haben sich als nicht wirksam erwiesen, beziehungsweise verschlimmerten sogar die Beschwerden. Bis anhin habe ich so weder Nebenwirkungen, noch Therapieversager, noch Rezidive erlebt.

Allerdings führe ich stets eine immunstärkende Begleittherapie durch:

Fischöl, Zink, Selen, Vitamin A, Nachtkerzenöl, Granatapfelsaftelixier, Rapsöl, Aloe Vera, Colostrum. Vorgängig werden mittels eines so genannten Antioxidanzienstatus und Fettsäurenstatus etwaige Mängel aufgedeckt und aufgrund der Werte laborkontrolliert behandelt. Neuerdings messe ich dem Rotweinstoff Resveratrol eine grössere Bedeutung zu. Dem Darm, beziehungsweise der Verdauung, ist grösste Beachtung zu schenken: 3/4 unseres Immunsystems liegen im Darm! Wohl der wichtigste Faktor ist die Ernährung. Nach eingehender Befragung der Ernährungsgewohnheiten wird die "entzündungshemmende" Ernährung vorgestellt. Ein etwaiger Nikotinkonsum ist schleunigst einzustellen. Bei anhaltendem Nikotinkonsum ist der Therapiefrust vorprogrammiert.

Vor Selbsttherapien sei gewarnt

Die Therapie erfordert viel Fingerspitzengefühl und einen sehr guten Patienten-Arzt Kontakt.

Link Lichen sclerosus (Deutsche Gesellschaft für Immunkrankheiten)