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MS: Therapie nach Dr. Kluge
Die
metabolische Therapie der Multiplen Sklerose – Konzept nach Dr. Kluge
Initiative Selbsthilfe Multiple Sklerose Kranker
M.S.K. e. V. LV Berlin-Brandenburg
Unter
http://www.kluge-therapie.de/
finden Sie die aktuelle Version von Dr. Kluge
Mit der Erkenntnis, dass der Multiplen Sklerose (MS) neben der bekannten Autoaggression
des Immunsystemes eine X-chromosomal gesteuerte Unterfunktion (Hypoenzymopathie)
im Harnstoffzyklus, (Ornithinzyklus) besteht, leitet sich neben den etablierten
Therapien eine spezifische Stoffwechsefführung für den Patienten ab. Alle Enzymleistungen
des Ornithinzyklus erfahren ihre Steuerung durch das X-Chromosom. Der Ornithinzyklus
findet in den Mitochondrien statt, die ebenfalls mütterlichen (maternalen) Ursprungs
sind. Die extreme Minderung der Ornithintranscarboamylase (OTC) bei Neugeborenen,
die kongenitale Hyperammonämie, hat letale Folgen. Der Grad der Unterfiniktion
dieses Enzymes und/oder der Ornithintransferase II bewirken differente Interaktionen
mit dem äußerst sensibilisierten Immunsystem bei MS (recessive Prägung dieser
genetischen Fehlinformation). In Überschneidung beider Reaktionsbereiche (Metabolik
und Reagibilität des Immunsystemes) sind biochemische und immunologische Folgereaktionen
zu erwarten. Sie könnten mit den klinischen und paraklinischen Befunden eines
Schubes einhergehen. Von der Erholungsphase nach einer akuten Verschlechterung
könnte z.B. der weitere klinische Verlauf abhängen.
Eine stete Unterfunktion dieser mitochondrialen Enzyme könnte für den progredienten
Verlauf verantwortlich zeichnen, die ansteigende Progressionsgerade dem prozentualen
Enzymverlust zugeordnet werden. Mit der Unterfunktion der Enzymsysteme in den
Mitochondrien geht aus diesem spezifischen Eiweissstoffwechsel die Minderung
energetischer Leistungen einher. Adenosintriphosphat (ATP) wird vermindert gebildet.
Neurotransmitter (z.B. GABA) sind in einer Unterfunktion. Es findet eine energetische
Verarmung im Gewebe statt. Dies merklich im neurologischen Substrat. Die Mikroglia,
besonders die Astroglia, ist normal reich an dieser Energieproduktion. Die Astrozyten
haben mit ihren Füsschen den engen Kontakt mit den Endothelzellen der Kapillaren
der Blut-Hirn-Schranke. Die ATP- Bildung in den glialen Zellen trägt für den
energetischen Nachschub der grösseren Neurone Rechnung. Aus der Beschreibung
des Ornithinzyklus ist zu ersehen (s. dort), daß Arginin als mehrfacher Aminogruppen-Lieferant
in den Kreislauf eintritt und unter normalen Bedingungen sein mittelbar produziertes,
freies Ammoniak sofort an Kohlendioxid gebunden und entgiftet wird.
Neben dem Arginin sind folgende
Aminosäuren für die MS nachteilig: Glutamin, Phenylalanin, Tyrosin und Asparagin.
Diese führen ebenfalls zur Erhöhung von endogenem Ammoniak. Mit der Unterfunktion
der o.g. Enzymsysteme kann das neurozytolytische Ammoniak nur gemindert entgiftet
werden. Bei entsprechender intrazellulärer Konzentration dieses Giftes stellen
zunächst die astroglialen Mitochondrien ihre energetische Leistung ein. Der
Mechanismus der Zytolyse mit all seinen pathomorphologischen Zeichen setzt ein.
Junges sprossendes Gefässbindegewebe versucht in Form einer blanden (einfachen)
Entzündung, die entstandenen Zellnekrosen zu beseitigen. Dieser Heilungsablauf
wird aber in Richtung Autoaggression fehlgeleitet. Prägungen der Immunozyten
besonders in der präpuberalen Phase haben das Toleranzverhalten des Immunsystemes
des heranwachsenden MS-Patienten so verändert, daß körpereigenes Gewebe nicht
als solches erkannt werden kann. Wir vertreten die Arbeitshypothese zur molecularen
mimicry.
Gern vergleiche ich die Multiple Sklerose mit einem kranken Gebäude. Die Symptome
zeigen sich an Funktionseinbussen der Fenster und Türen, Wasser- und Abwassersysteme
sind schadhaft, die Dielen knarren und... geht man in den Keller, so sind die
Grundmauern krank und die Nässe steigt nach oben. Wo würde eine Sanierung dieses
kranken Hauses beginnen?
So wie ich als selbst MS-Betroffener am eigenen Körper erfahren habe und diese
Erkenntnis zunächst für mich gewonnen habe, ist eine "Trockenlegung"
der Grundmauern der wichtige. Meine MS bleibt. Ein gut funktionierendes Drainagesystem
ist auf der einen Seite für dauerhaft notwendig. Dazu kommen die bewährten Medikamente
und Methoden der etablierten Medizin auf der anderen Seite! Mit meinem erneuten
Wachwerden als Mensch, Arzt und Wissenschaftler haben sich Kollegen, Biochemiker,
Biologen, Physiker, Ernährungswissenschaftler, Mathemetiker, Physiotherapeuten
und Kaufmänner mit mir zu einer Forschungsgemeinschaft zusammengefunden. Unsere
Forschung zur Arbeitshypothese einer Hypoenzymopathie im Ornithinzyklus sind
3 Patente erwachsen und ein Therapiekonzept zur wirksamen Einflussnahme auf
die Schwere der Krankheit.
Grundlage jeder Behandlung ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arzt
und Patient. Ein gut informierter Patient hat Verständnis für die Dynamik im
Therapieverlauf. Sich selbst kontrollierend ist er Assistent seiner behandelnden
Ärzte. Im Familienverbund oder mit der Bezugsperson soll das Konzept erarbeitet
und durchgeführt werden. Ein allseitiges Verständnis erleichtert das Erreichen
von erstrebten Besserungen, auch in der Lebensqualität, für den MS-Patienten.
Als Urologe habe ich gern den Studenten ein Grundprinzip unseres Faches als
Vergleich erzählt, ich habe es von meinem Lehrer übernommen: Ein Gebirgsbach
fliesst schnell, das Wasser ist klar und rein, hat einen frischen Geruch. Das
Wasser in einem Tümpel, es steht, wird trübe und fängt an zu ..!
1. Ablauf der Selbstkontrolle und Therapie-Einstellung
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Bitte
legen Sie sich ein Tagebuch an !
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Bestimmen
der bisherigen Harnausscheidung :
Harnmenge über 24 Stunden Protokoll
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- Datum
Uhrzeit (Harnlassen)
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- Harnmenge
(ml)
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Summe:
Die Bestimmung der Harnmenge pro 24 Stunden entspricht dem bislang geübten
Trinkverhalten, den individuellen Gepflogenheiten. Zum Beispiel wird aus Angst
vor verstärkt auftretender Harninkontinenz wenig getrunken. Dies ist durchaus
verständlich, doch verlangt die Entgiftung des Körpers von Ammoniak einen ausreichenden
Harnfluss. Zu dem gegebenen Zeitpunkt stellt die vermehrte Harnmenge das physiologische
Substrat für das Training der glatten Muskulatur der harnableitenden Wege und
ein zu kontrollierendes Beüben der Verschlussmechanismen dar.
Die Trinkmenge soll deshalb nach der eben erstellten Analyse so erhöht werden,
dass die 24-Stundenmenge Harn mindestens 1,5 Liter beträgt. Hierbei ist natürlich
die Jahreszeit, die Umgebungstemperatur, das Klima u.a. zu berüksichtigen. Auch
bleibt von einer so eingestellten Trinkmenge genug Wasser für die Quellstoffe
im Stuhl übrig (NEUROPERM und faserreiche Ernährung). An mehreren Tagen sollte
die Tagesbilanz erhoben werden. Bitte sprechen Sie zuvor mit Ihrem behandelnden
Arzt, ob Gegenanzeichen für eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr bei
hnen bestehen !?
Lernen sie ihren Flüssigkeitsbedarf unter verschiedenen Umgebungsbedingungen
kennen!
Ein tragender Pfeiler der metabolischen Therapie ist die Entgiftung vom Ammoniak
und gleichzeitige Regulierung des Stuhlganges. Da der Stoffwechsel des MS-Patienten
ständig vermehrt Ammoniak bildet, solange man lebt, ist eine stets begleitende
Lactulose-Einnahme zu empfehlen. Die Indikationsstellung der Lactulose zur Teilbehandlung
der Multiplen Sklerose ist neu. Lactulose bindet im oberen Dünndarm ausgeschiedenes
Ammoniak fest in seiner Doppelstruktur, noch freie Lactulose wird von speziellen
Dünndarmenzymen in zwei kurzkettige Fettsäuren gespalten. Diese führen zu einer
physiologischen Ansäuerung des Dickdarminhaltes. Die Lebensgrundlage einer bei
MS vorhandenen pathologischen ammoniakbildenden Darmflora wird zugunsten einer
gesunden Bifidus flora zurückgedrängt. Etwa 50% des Gesamt-Körper-Ammoniak werden
bei MS im Dickdarm gebildet und belasten über den entero-hepatischen Kreislauf
das Krankheitsgeschehen. Da Lactulose seine Wirkungen nur im Darmtrakt entfaltet,
ist sie mit anderen Therapien verträglich. Bei den niedrigen und individuell
angepassten Dosen sind Elektrolytverschiebungen nicht möglich (siehe Literatur
zur Lactulose seit mehr als 30 Jahren).
2.
Dosierung der Lactulose:
Bei ausgeprägter Obstipation (Begriff des "Hammelkotes")
Anfangsdosierung:
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10g
- 10g - 10g (z.B.: 3 x 1 Beutel a` 10 Gramm pro Tag)
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- Bei
mässiger Obstipation
(1. Portion hart) Anfangsdosierung:
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5g
- 5g - 5g
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- Keine
Obstipation oder Diarrhoe Anfangsdosierung:
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5g
- 5g - 5g
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- Im
Protokollbuch vermerken Sie bitte:
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Datum
Lactulose-Dosis
Uhrzeit (Harnlassen)
Stuhl-Beschreibung
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Reicht
die Lactulosemenge nicht aus, so soll sie anfangs soweit erhöht werden, bis
sich geformter Stuhl bildet. Kurzzeitig können bis zu 60g (90g) Lactulose eingenommen
werden. Allerdings liegt die normale Menge zwischen 15g und 45g pro Tag. Stuhlgang
muss sich nicht täglich zeigen. Wer wenige Tage "Freiraum" hat , es
ist auch normal! Hauptsache: Der Stuhlgang ist weich und geformt. Wird nach
einer Stabilisierungsphase der Stuhl zu weich, soll die Dosis reduziert werden
- bis diese gerade eben ausreicht.
Mit dem ersten weichen Stuhlgang
greift der Mechanismus der Entgiftung in Ihnen!
Auch
bei den Patienten mit Diarrhoe führt die Lactulose-Einnahme zur Normalisierung
des Stuhlganges. In der Einstellungsphase auf dieses Präparat registriert die
Mehrzahl der Patienten stärkere Blähungen. Die Gase haben einen üblen Geruch.
Dies zeigt die Wirksamkeit des Präparates im Darm an. Diese Symptomatik geht
nach ca. 2 Wochen zurück.
Oft wird
in dieser Phase die notwendige Flüssigkeitszufuhr für die erforderliche Harnmenge
vergessen!
3.
NEUROPERM-Zufuhr
Zeitgleich
mit der Lactulose-Einnahme soll ein zweiten tragenden Pfeiler der metabolischen
Therapie der MS Rechnung getragen werden. Der Stoffwechsel im Harnstoffzyklus
soll nur soviel belastet werden, daß nur ein verträgliches Minimum an freiem
neurotoxischen hierbei genügt eine nach biochemischen Kriterien ausgesuchte
Ernährung nicht aus. Mit dem Eiweissersatzmittel NEUROPERM steht der Ernährungstherapie
der Multiplen Sklerose ein Nährmittel zur Verfügung, der nahezu den "Massanzug"
der Hypoenzymopathie im Omithinzyklus trägt. Ausserdem sind moderne "Ammoniakfänger"
und wichtige Zusatzstoffe darin enthalten. Da der Aminosäurenstoffwechsel im
Omithinzyklus stets die Fehlinformation bekommt, in einer Unterfunktion zu agieren,
ist auch hier bei diesem naturbelassenen Produkt eine lebenslange Nahrungsergänzung
anzustreben. NEUROPERM spart in der Langzeitanwendung an täglicher Lactulose-Menge.
NEUROPERM (NP) Neueinstellung
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0,5g
bis 0,6 g NP pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, dazu vegetarische
Beikost
(Broschüre zur Ernährungstherapie bei MS - als Kopie bei der
MSK erhältlich)
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Dauer
der Einstellung - ca. 3 bis 4 Wochen
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0,25g bis 0,3g NP pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, dazu: 0,25g
bis 0,3 g
Arginin-reduzierte Eiweisse aus dem Tabellenwerk der Broschüre
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4. Schliessmuskelreflexe
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Im Stuhlgangsprotokoll ist zu vermerken, ob der geformte Stuhl durch
den Afterschliessmuskel abgekniffen werden kann. Dieses funktionelle
Zeichen bedeutet ein Vorhandensein oder Erwachen des gleichnamigen
Reflexes, gesteuert über einen Nervenplexus im kleinen Becken. Mit
Funktionsbereitschafft. des Analsphincter-Reflexes springt diese Positivinformation
auf die Verhaltensmuster der hamableitenden Wege über (Steuerung über
gleichen Beckenplexus).
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Es ist erneut eine Kontrolle der Harnausscheidung durchzusführen.
Analog zum Protokoll wie unter 1. genannt. Hierbei kommt es vor allein
auf die "Pipi-Zeiten" und deren zeitlichen Abstände an.
Der oft vorhandene pathologische Miktionsdrang soll dadurch umgangen
werden, indem der Patient eine halbe bis eine Stunde vor dem zu erwartenden
Miktionszeitpunkt willkürlich die Harnblase entleert. Dasselbe trifft
auch für Patienten mit Restharnbildung zu. Eine Vielzahl von Patienten
haben gleichzeitig eine Harninkontinenz. In dieser Umstellungsphase
kann jene sich verstärken, schwindet dann, so die klinische Erfahrung
und Fazit: Wasserlassen tagsüber nach programmiertem Wecker.
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Mit der Änderung und Stabilisierung des Miktionsverhaltens setzt zugleich
eine Veränderung in der Eigenspannung in der Skelettmuskulatur ein.
Die Spastik lässt nach! Zuvor getroffene Medikationen zur Dämpfung
des erhöhten Muskeltonus und/oder zur Regelung der krankhaften Harnblasenentleerung
müssen diesem wechselnden Zustand stets Rechnung tragen (z.B. schrittweise
Reduktion von Spasmolytica, Relaxantien).
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Beginn
einer gezielten Physiotherapie: Die jetzt schlaffe Muskulatur ist
beübbar und trainierbar. Die Patienten und ihre Bezugspersonen sollten
bereits bei der Therapieerörterung auf den zeitweisen Verlust der
sie sonst "stabilisierenden Restspastik" hingewiesen werden.
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5. Verschlechterungen
Eine
Therapieunterbrechung oder Nachlässigkeit in der Selbstkontrolle kann mit einem
Wiederauftreten alter Symptome einhergehen. Tägliche und jahreszeitliche Schwankungen
im Allgemeinbefinden spielen natürlich eine grosse Rolle. Nicht alle auftretenden
Beschwerden sind der MS zuzuschreiben. Alter, berufliche Belastungen, bisherige
Therapien u.a.m. hinter lassen ihre Spuren. Akute Verschlechterungen nach Virus-Infekten,
fieberhaften Erkrankungen, Verletzungen, seelischen Belastungen und anderen
Auslösern können, bevor Sie Ihren Arzt aufsuchen, mit einer selbständigen Verdopplung
bis Verdreifachung Ihrer aktuellen Lactulose-Dosis über 3 Tage begegnet werden.
Lactulose hat nach unseren Erfahrungen und Untersuchungen Fähigkeiten, die Sie
für die Multiple Sklerose (noch) nicht aus dem Beipackzettel entnehmen können.
Mit dem Eiweissersatzmittel NEUROPERM stehen der Ernährung des MS- Patienten
vollwertige, naturbelassene Eiweisspräparationen zur Verfügung (auch für Diabetiker).
Die Ausgewogenheit der Bestandteile trägt der noch hypothetischen Unterfunktion
im Hamstoffzyklus bei MS- Patienten voll Rechnung.
Die Fehlfunktion
im mitochondrialen Ornithinzyklus ist auf dem X-Chromosom genetisch fixiert
Diese genetische Verankerung bleibt lebenslang relevant. Folglich sollten die
Prinzipien der Ernährung und Entgiftung zeitlebens beibehalten werden.
Mit dem
Wechsel der Symptome während der Therapie ändert sich auch die Biochemie in
den Geweben und Organen. Neue Ansprüche an Funktionen erwachen, freie Radikale
müssen abgefangen werden u.a.m. Zeitweise und angepasste Zufuhren von Kalium-Magnesium-Präparaten,
Vit A, Vit B6, B 12 , Vit E, Camitin u.a. sind angezeigt.
Wie
kam es zur Arbeitshypothese einer Enzymunterfunktion im Ornithinzyklus?
Die
Frage des Zufalls oder wie man solche Ereignisse anders umschreiben kann hat
oft seine Hand im Spiel. Warum wird bei meiner Nichte mit einer angeborenen
Phenylketonurie keine Myelinsubstanz aufgebaut? Warum wird diese bei der MS
abgenagt? Diese anfangs absurde Fragestellung ließ mich dazu verleiten, im Selbstversuch
meine freien Aminosäuren im Blut, im Liquor cerebrospinalis und im Urin untersuchen
zu lassen. Es zeigten sich keine normalen Verteilungsmuster der freien Aminosauren.
Phenylalanin lag im oberen Grenzbereich. Literaturrecherchen ergaben, daß eine
Vielzahl von Forschern sich dieser Problematik bereits gestellt hat. Und dieselben
Verschiebungen bei der MS konstatiert hatten! Mein Verdacht wurde auf den Harnstoff:zyklus
gelenkt. Auch hier half ein Freund und Naturwissenschaftler, Dr. Peter Wasicki.
Bereits Ende 1988 stand das Konzept einer Hypoenzymopathie im Ornithinzyklus.
Acht Jahre Verfeinerung und Optimierung unseres angestrebten Eiweissersatzmittels
stapazierten zunächst die Mägen unserer gesunden Freunde und Ehepartner, dann
den meinen und die von weiteren 3 MS-kranken Arztkollegen. Mit dem 3. Patent
denken wir, eine günstige und komfortable Lösung gefunden zu haben. Zu den Methoden
zur Eliminierung des freien Ammoniak kam mir mein angestammter Beruf als Urologe
zur Geltung. Ammoniakentgiftung über die Niere mit Ammoniumchlorid, Ammoniakentgiftung
und gleichzeitige Regulierung der gestörten Darmfunktion mit Lactulose. Das
Konzept einer Zusatzbehandlung bei Multipler Sklerose war geschmiedet. Die Behandlungergebnisse
mit meinen Patienten sprechen für ein Fünkchen Wahrheit!?
Chronoimmunologie
der Autoaggressionskrankheit Multiple Sklerose
Mit dieser
Methode des Fachgebietes Biorhythmik ist es möglich, sich in die Verhaltensmuster
der aktuellen Autoaggression beim einzelnen Patienten einzudenken. Individualbezogen
wird die Prozesskinetik im Immunsystem erkannt. Raum und Zeit des Restgesunden
und des krankmachenden Ablaufes werden messbar gemacht. Beim Einsatz z.B. monoklonaler
Antikörper ist das Immunprocessing ablesbar. Hiermit ist der Beginn der Autoaggression
im nervlichen Zielgewebe indirekt ablesbar (inverses Verhalten zu den Blut-Markern).
Da
jede Autoaggression mit einer blanden Entzündung startet, kann diese in ihrer
grössten Beschleunigung (die 2. Ableitung der mathematischen Grundfunktion)
optimal und mit geringer Medikamentendosis gebremst werden. Der Flächeninhalt
und der Raum dieser Starterfunktion werden in der Zeit verkleinert. Der Zündfunke"
für folgende pathologische Immunreaktionen fällt schwächer aus.
Grundsätzlich
stellt die MS im biorhythmischen Sinn eine Desynchronose dar. Verhaltens- und
Reaktionsmuster des Organismus zum äßeren Zeitgeber sind in unterschiedlichem
Masse entkoppelt. Zeichnet sich ein gesunder Mensch dadurch aus, daß sein Körper
mit all seinen Aktivitits- und Ruhephasen mit dem exogenen Zeitgeber konform
läuft (Synchronisation mit Tag und Nacht (24 Stunden), so ist der chronisch
kranke MS-Patient anders charakterisiert.
Innerhalb
des 24-Stundentages zeigen Parameter zur Beschreibung des Immunsystemes zwei
Periodizitäten im Kurvenverlauf. Im Extremfall (Schub) kann die Periodenlänge
von Restgesundem zu Krankheit sich wie 12 : 12 verhalten. Die monophasische
Periodik einer Vergleichsperson zeigt nur eine sympathicotone und eine parasympathicotone
Phase.
MS-Patienten
zeichnen sich im Kurvenverlauf ihrer Immunparameter dadurch aus, dass eine biphasische
Schwingung binnen 24 Stunden stattfindet.
Der Zeitgeber
der Krankheit lässt seine pathologischen Immunreaktionen im Laufe des Nachmittages
ausserhalb der Blut-Hirn-Schranke aufbauen. Für jeden Patienten zu seiner Zeit
erfolgt dann der Übergang in das Zielorgan (Hirn und Rückenmark). Dieser Wendepunkt
in der Prozesskinetik soll einen therapeutischen Ansatz liefern.
Von 1974
bis 1985 (Ausbruch meiner MS) habe ich mich im Rahmen meiner Habilitation mit
Problemen der Chrono-Onkologie befasst. Als Urologe mit dem Prostatakarzinom.
Umfangreiche Literatur und zahlreiches Datenmaterial liessen viele Publikationen,
Vorträge und Referate entstehen. Auch internationale Kontakte. Zum Zeitpunkt
erster Ergebnisse der chronoonkologisch ausgerichteten Therapie musste ich meine
Patienten verlassen. Vielverheissend waren die messbaren Tumorregressionen!
Auf dem Gebiet der Gynäkologie praktizierte meine Ehefrau im gleichen Zeitraum
nach einem ähnlichen Schema bei Patientinnen mit metastasierendem Ovarialkarzinom.
Im Januar 1997 tauchte eine dieser Patientinnen in ihrer Praxis auf. Nicht wegen
einer Karzinomkontrolle!
Nach
mehreren Schüben und steter Progredienz des Leidens brachen wir im Sommer 1986
die Dexamethasontherapie und andere ab. Ich war bereit ... Meine Frau und meine
Familie pflegten und verstanden mich. Warum kann dies, was wir für unsere Krebspatienten
getan haben, nicht auch für die zehrende Krankheit Multiple Sklerose gelten?
Gemeinsam entwickelten wir unser Programm. Zunächst galt es, sich in die Neurologie
und die Immunologie einzulesen. Mir vorzulesen, jeden Tag nur für 10 Minuten,
so lange konnte ich Informationen aufnehmen. Aus Freundschaft und sicher dem
' Querkopf ` zuliebe unterzog ich mich im Januar 1987 in der Immunologischen
Abteilung der Medizinischen Akademie Magdeburg einer chronoimmunologischen Untersuchung.
Herrn Prof. Ansorge und seinen Mitstreitern bin ich sehr zu Dank verpflichtet!
Drei ärztliche Kollegen und fünf medizinisch technische Assistentinnen der Immunologie
beurteilten jede Einzelprobe. Unschätzbar, dieser Aufwand für mich! Nun hatten
wir die Zahlenkolonnen. Auf Millimeterpapier brachten meine Frau und mein Sohn
erste Übersicht, schufen das erste Zweidimensionale.
In meiner
Forschung zur Chronoonkologie arbeitete ich sehr eng mit dem Mathematiker Prof.
Peil zusammen (Mathematisches Institut der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg).
Mit Hilfe der Zeitreihenanalyse, dem medizinisch angepassten Programm der Empirischen
Regression, wurden die Feinheiten der immunologischen Abläufe in mir sichtbar.
Anders als die Tumorrhythmik (die des Zytoplasina) war die Periodizität der
Wiederkehr einer gleichen Phasenlage an das circadiane Muster gebunden. Mein
Tag war damals zweigeteilt. Ich dachte mir, binnen 24 Stunden durchläuft dein
Stoffwechsel zwei aufbauende und zwei abbauende Phasen?
Wir baten
Herrn Prof. Haus (Minnesota, USA), wir kannten uns seit einem internationalen
Symposium in Halle, um Hilfe. Die Literaturrecherche ergab, daß es weltweit
bislang keine derartigen Studien gab. Niemand meiner Kollegen konnte den einzuschlagenden
Weg weisen. Wie und womit konnte ich die erkennbare Starterfunktion bremsen?
Es würden bestimmt "einfache" Mittel helfen? Jene, die wir als Mediziner
zur Behandlung einfacher Entzündungen einsetzen wurden? Im Band der Familie
habe ich einen Biochemiker, der sich mit nichtsteroidalen Antirheumatica befasste.
Dr. Charlie Farr (Wien), mein Schwager, sprang ein. Aufgrund der kürzeren Verweildauer
im Blut und der raum- und zeitangepassten Therapie war eine geringe Dosis Indometacin
auserkoren!
Zu dieser
Zeit war mein Behinderungsgrad, eingeschätzt nach den Tabellen nach Kurtzke
(EDSSscore) bei 7,0. Täglich nahm ich 25 mg Indometacin (Kapsel) zu meiner geltenden
Zeit um 20 Uhr ein. Nach einem halben Jahr hatte ich soviel Leben wiedergewonnen,
dass ich der metabolischen Ursachenforschung der MS nachgehen konnte. September
1987 - Kurtzke - score: 4,5. Dieser o.g. Immunanalytik haben sich noch 3 weitere
ärztliche Kollegen unterzogen, allerdings jetzt nur für 24 Stunden (1987). 1993
kommen noch zwei Patienten hinzu (Kostengründe). Korrelationsanalysen ergaben,
daß für die tägliche Praxis die Verteilungsmuster im weissen Blutbild ausreichend
sind. Maxima, Minima und Wendepunkte im Tagesverlauf sind gut zu definieren.
Die chronische Krankheit MS zehrt mit ihrem nachmittäglichen Aufbau an den Energiereserven
des Organismus. Erkennbar ist dies am Schwinden des zweiten Gipfel des endogenen
Cortisols.
Auch
die zeitliche Anordnung des morgendlichen Gipfels erfährt durch die nächtliche
Immunreaktion im Gewebe ihre individualspezifische Verschiebung.
Der akute
Schub der MS ist nach klassischen Richtlinien der Neurologie zu behandeln! Die
Biorhythmik des endogenen Cortisol-Spiegels erlaubt für jeden einzelnen Patienten,
seine optimale Zeit Für eine sinnvolle parasympathicotone Stimulation des geschwächten
Eigenrhythmus der Nebennierenrinde festzulegen. Diese Untersuchung hat vornehmlich
Vorrang für Patienten mit einem schubförmigen Verlauf. Auch bestehende Medikationen
sollen nicht umgestossen werden, wenn bereits gute Erfahrungen mit ihnen vorliegen.
Laborparameter
- Routine
1. Cortisol
im Serum
2. Differentialblutbild
Erweiterung z.B. für klinische Forschung: Monoklonale Antikörper, Entzündungsparameter
u.a.m.
Abnahmezeiten:
an einem Tag!
Uhrzeit
03.00
06.00 09.00
12.00 15.00
18.00 21.00
24.00
Probe
Nr. 1
2
3
4
5
6
7
8
Die Einzelproben
sollen kühl gelagert und am folgenden Tag unter gleichen Bedingungen untersucht
werden. Danach erfolgt die computergestützte Analyse.
Kontrollen
Im Abstand
von 6 Wochen sind die ersten zwei Kontrollen angezeigt. Grund: Der Beginn der
Autoaggression soll in die späteren Abendstunden gedrängt werden. Ist ein Medikamentationszeitpunkt
von 20.00 Uhr bis 21.00 Uhr erreicht, ist der pathologische Immunprozess in
seine tolerable Niesche gedrängt. Nach ca. 3 Jahren kann schrittweise im Intervall
diese Therapie beendet werden. Die metallische Therapie übernimmt die Stabilisierung
des Krankheitsprozesses.
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