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Somatotropin - IGF1


Wachstumshormon / Somatotropin / Growth Hormone (GH) und Insulin like Growth Factor-1 / IGF-1:

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Inhalt

Die somatotrope Achse: GHRH/SS – GH – IGF-1
GH – Die Wirkungen
Was heisst „altern“?
Der altersbedingte GH/IGF-1 Mangel
Die Somatopause
GH Mangel bei jungen Erwachsenen
Das „latente“ GH Mangelsyndrom
Faktoren, die die GH Freisetzung fördern
Faktoren, die die GH Freisetzung hemmen
Die GH Ersatztherapie
GH und die bindenden Proteine – GHBP
GH, IGF-1 und körperliche Aktivität
GH und die Sexualsteroide
GH und Ernährung
GH und Körperfett / Muskulatur
GH, IGF-1 und Knochen
GH und Altersherz
GH und Eiweiss
GH und extrazelluläre Flüssigkeit
Frau und GH
IGF-1  - Insulin-like-Growth-Factor
IGF-1  - IGBP, die bindenden Proteine

IGF-1  - Die Wirkung
IGF-1  - Exogene Zufuhr

 

Die somatotrope Achse:  GHRH/SS – GH – IGF-1

GH wird in der Hypophyse gebildet und pulsatil ausgeschüttet.

Die HWZ des zirkulierenden GH beträgt 20-25 Minuten.

GH stimuliert die Bildung von IGF-1 und einigen seiner Bindungsproteine, insbesondere IGFBP3 in der Leber.

Der Hypothalamus stimuliert die GH Freisetzung in der Hypophyse via GH-Releasing Hormone (GHRH) und hemmt via Somatostatin (SS). 

Das stimulierende GHRH und das inhibitierende Somastotatin (SS) werden im Hypothalamus gebildet.

Die Gesamtmenge des sezernierten GH widerspiegelt die Balance zwischen GHRH und SS.

Die Balancekontrolle ist komplex. Beteiligt sind Neurotransmitter im ZNS, andere Hormone und der Feedback-Mechanismus von GH und IGF-1.

GHRH ist ein Komplex bestehend aus 44 Aminosäuren und verstärkt Produktion und Sekretion von GH. Der Vorgang ist cAMP-abhängig.

Die GHRH Freisetzung erfolgt ebenfalls pulsatil und ist somit weitgehend verantwortlich für die pulsatile GH Sekretion, für die Amplitude an sich.

GHRH wiederum wird stimuliert durch ZNS vermittelte Stimuli wie Clonidin, L-Dopa, Metencephalin und Schlaf.  

Timing und Dauer der GH Pulse sind vermutlich mehr Somatostatin-bedingt, und zwar durch eine periodische, tonische Hemmung des SS.

SS existiert in 2 Molekularformen, bestehend aus 14 und 28 Aminosäuren. Letztere ist die aktivere Form.

SS hemmt vor allem die Freisetzung von GH, zumindest teilweise durch eine kompetitive Hemmung der Adenylcyclase-Aktivität

SS hemmt aber auch andere Releasing Factors (RF) im Hypothalamus wie Gonadotropin Releasing Hormone (GRH) und Thyreotropin Relasing Hormone (TRH).

SS steigt im Alter an, wohl infolge eines verminderten cholinergen Tonus. Pyridostigmine erhöht den cholinergen Tonus. Nach Pyridostigmine Applikation ist die basale GH Rate und die GHRH induzierte GH Sekretion erhöht. 

Das Spiel zwischen dem GHRH Stimulus, der SS Hemmung, der lokalen Antwortfähigkeit in der Hypophyse und der Menge an GH in den somatotrophen Hypophysenzellen wird moduliert a) durch einen lokalen negativen Feedback-Mechanismus in der Hypophyse durch GH selbst sowie b) einen negativen Feedback-Mechanismus durch zirkulierendes GH und IGF-1 auf den Hypothalamus (GHRH Hemmung und SS Stimulation) und auf die Hypophyse (GH Sekretionshemmung) 

Die Bandbreite der GH Werte bei gesunden Erwachsenen ist ausserordentlich gross, bis hundertfach variabel. Alter, Übergewicht und Sexualsteroidstatus können aber nur etwa 50% dieser Variabilität erklären. Die Gesamt-GH-Freisetzung wird moduliert von mehren Mechanismen, die ihrerseits beeinflusst werden durch eine Vielzahl natürlicher und pharmakologischer Substanzen: 

Stimulierende Aminosäuren, speziell Tryptophan und Arginin.

Hemmung durch Somatostatin (SS).

Neurotransmitter, die GH über GHRH und SS beeinflussen.

Acetylcholin mit hemmender Wirkung auf SS.

Catecholamine, die stimulierend und hemmend via Alpha2- oder Beta Rezeptoren, respektive via GHRH und SS die GH Freisetzung beeinflussen können.

Hohe Kortisondosen über längere Zeit bewirken tiefere GH Serumspiegel, was ev. den katabolen Effekt auf die Muskulatur erklären könnte. Cushing Patienten weisen erniedrigte GH Serumspiegel auf.

Kurze adrenale Kortisonausschüttungen – Stress – bewirken eine akute GH Freisetzung.

Die Hypothyreose ist vergesellschaftet mit tiefen GH und IGF-1 Werten mit vollständiger Reversibilität auf exogen zugeführtes Thyroxin.

Die genauen Interaktionen GH – Schilddrüsenhormone sind komplex und noch wenig bekannt.

Fasten erhöht signifikant die GH Freisetzung: Amplitude und Frequenz.

Fasten erhöht wohl GH, senkt aber IGF-1: Infolge vermindertem portalen Insulin wird in der Leber weniger IGF-1 gebildet.

Hypoglykämie ist ein kräftiger Stimulus auf die GH Freisetzung, indem im Hypothalamus die hemmende Wirkung von SS gebremst wird. Inwieweit dieser Mechanismus auch einem Alterungsprozess unterliegt, ist noch unklar

Hyperglykämie reduziert via Insulin die GH Freisetzung. Dieser Effekt ist bei Diabetikern abgeschwächt.