XLS-Das moderne Gewichtscoaching nach Dr. Eichhorn: Man MUSS ESSEN um abnehmen zu können!
GranuVital "PowerMix": Mit Vitalstoffen allzeit frisch. Enthält Lutein und Zeaxanthin gegen Maculadegeneration
Verstopfung, klebrige, stinkende Stühle: Das Das Zauberwort heisst: "Reine Flohsamenschalen", reine Natur, zuckerfrei
Neu: Medizinische Thermographie (Wärmebildmessung): Untersuchung der weiblichen Brust (Krebs, Krebsverdacht, Krebsrisiko)

   
   
HomeUnternehmenMedizinwissenProdukteinformationenBestellungKontaktinformationenImpressum

 

 

Unter diesen Rubriken finden Sie Links zu weiteren Themen. Gesamtübersicht unter "medizinwissen"

Hier direkt zum Downloadbereich

 

Adipositas - Gewichtregulation
Arteriosklerose - Cholesterin - Homocystein - Gefässe
Allergie
Amalgam-Quecksilber
Anti-Aging
Arthrose, Osteoporose, Bindegewebe
Auge - Makuladegeneration
Chinesische Medizin
Darm - FXM - Säure-Basen Haushalt
Diabetes mellitus
Diverse Themen
Ernährung
Fachinformationen
Hirnstoffwechsel - ADHS - Neurotransmitter
Hormone - Wechseljahre - PMS - Cellulite
Humor
Immunsystem
Krebs - Onkologie
Links
Medizinische Thermographie
Motorradrouten
Multiple Sklerose
Nahrungsergänzungen
Neuraltherapie
Radiästhesie
Rauchen
Reisen - Tauchen - Natur
Rheuma, Polymyalgie, Fibromyalgie, Schmerz
Salutogenese
Schilddrüse
Sportmedizin
Vorträge - CD

Ciguatera


Ciguatera ist eine geheimnisvolle Krankheit, die durch Fischgenuss auf den Menschen übertragen wird. 

Die chemische Formel des Fischgiftes lautet C35A65N08.
Wer damit Bekanntschaft macht, hat aber ganz andere Sorgen.


Jürg Eichhorn berichtet


 

Den Tod am Lenker

In einigen Gegenden der Welt kann praktisch jeder Fisch Ciguatera auslösen. Am gefährlichsten ist jedoch der Rote Schnapper, den hier ein Einheimischer von Grand Cayman nach Hause befördert.

Grand Cayman ist ein karibisches Postkartenparadies.
Die Insel ist von traumhaften Riffen umgeben die nur so von Fischen wimmeln. Aber versuchen Sie einmal auf Grand Cayman ein Fischlokal zu finden. Hoffnungslos. Nicht, dass die Einheimischen keinen Fisch essen mögen. Sie trauen sich nicht. Das Gespenst Ciguatera geht um.
Ciguatera ist eine Krankheit so alt wie die Entdeckung der Erde. Als Captain Cook 1774 auf den Neuen Hebriden landete, fingen ein paar seiner Leute in den nahegelegenen  Riffen Fische. Allesamt erkrankten und die 16 Schweine, die von den Resten der Mahlzeit frassen, starben.
1966 traten allein auf Tahiti 2798 Fälle von Ciguatera auf. Im zweiten Weltkrieg starben auf dem pazifischen Kriegsschauplatz er wiesenermassen 400 amerikanische Soldaten an dieser Krankheit.
Im zentralen Pazifik und in der Karibik ist die Ciguatera eine ganz alltägliche Krankheit, im Westpazifik, dem Indischen Ozean, dem Atlantik und dem Mittelmeer aber praktisch unbekannt.


"Die Männer, die von diesem Fisch gegessen hatten, wurden so krank, dass sie nur noch den Tod erwarteten. Die Schiffe glichen dem Hospital einer von der Pest geschlagenen Stadt. Man hörte nur noch Jammern und das Flehen um Seelenheil."

Alexander Dalrymple, 1605.

Das Wort Ciguatera kommt aus dem Spanischen und wurde wahrscheinlich erstmals von den spanischen Conquistadoren auf Cuba verwendet. Sie beschrieben damit eine Krankheit, die nach dem Genuss der Meeresschnecke Turbo pica oder cigua auftrat. In der Folgezeit wurde der Begriff verallgemeinert. Heute bezeichnet Ciguatera eine Vergiftung des Nervensystems durch Giguatoxin. Eine hitzestabile, ölige Substanz, die sich im Gewebe mancher Fische ansammelt. Im Prinzip kann jeder Fisch aus einem "vergifteten" Gebiet Träger dieser Substanz sein. Besonders häufig betroffen aber Ist der Barrakuda und der Rote Schnapper Lutjanus bohar.
Ciguatera ist eine Krankheit mit vielen offenen Fragen. Fische, die an einem Ort jahrhundertlang geniessbar waren, sind plötzlich hochgiftig. So geschehen auf den Midway Inseln. Auf Bora-Bora errichteten die Amerikaner im letzten Weltkrieg einen Stützpunkt mit großangelegten Hafenbefestigungen. Seither sind auch dort die Fische ciguatoxisch.


"Jeder Einwohner über dreissig war mindestens einmal In seinem Leben an Ciguatera erkrankt. 
Fast täglich wird ein Vergifteter bei uns eingeliefert."


Woran das siegt ist bislang noch nicht geklärt. Ein japanischer Biologe will kürzlich herausgefunden haben, dass sich das Gift im Geisseltierchen Dioplopsalis konzentriere, andere wiederum sehen in den Korallenpolypen die eigentlichen "Giftmülldeponien".
Ein weiterer Erklärungsversuch trägt einem recht eigenartigen Tatbestand Rechnung: Fische nämlich, die im Strömungsschatten einer Insel leben, sind weit mehr ciguatoxisch als solche, die ihr Revier an strömungsexponierten Riffen haben. Dort aber, wo stark gifthaltige Fische leben, tritt auch die "Blaugrüne Alge" überproportional häufig auf. Veränderungen des Meeresmilieus, sei es durch Menschenhand oder durch natürliche Vorgänge wie Klimaänderungen, können eine Blüte jener Blaugrünen Algen zur Folge haben.
Auf jeden Fall folgt die Anhäufung des Giftes in den Fischen der Nahrungskette. Da sind zuerst die Pflanzenfresser, die das Gift in den Eingeweiden und in der Leber speichern. Diese werden wiederum von Raubfischen gejagt und gefressen, die im Laufe ihres Jägerdaseins soviel Gift in ihrem Fleisch anlagern, dass ihr Genuss für den Menschen zur Gefahr wird. Dabei gilt: Je grösser der Fisch, desto giftiger ist er.
Ciguatera befällt Tiere und Menschen gleichermassen. Diese Tatsache machen sich viele Eingeborenen zu Nutze und geben ihren Haustieren erst mal eine Kostprobe von ihrem Fang. Schnurrt das Kätzchen noch am nächsten Tag, kann der Tisch gedeckt werden.
Wer meint, auf Vorkoster verzichten zu können, wird - wenn er Pech hat - nach wenigen Minuten oder Stunden ein Kribbeln um den Mund oder im Gesicht verspüren. Das hat nun keinesfalls etwas mit einer Dekompressionskrankheit zu tun. Ciguatera ist im Anmarsch. Dieses Kribbeln breitet sich rasch auf den gesamten Körper aus, es folgen Koordinationsstörungen und Lähmungen der Arme und Beine. Weiteres an Unpässlichkeiten: Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Bauchschmerzen, Umkehr von Kalt-Warmempfindungen. In schweren Fällen droht Bewusstlosigkeit und Tod durch Atemlähmung. Wer dem Ciguatera Tod noch eben einmal von der Schippe gesprungen ist, braucht Monate bis er wieder auf den Beinen ist. Selbst nach Jahren noch lässt C35A65N08 durch motorische Restausfälle schön grüssen.


"Iss keinen Fisch. Falls Du es nicht lassen kannst, gebe zuerst des Nachbarn Katze einen Brocken und beobachte sie einige Stunden. Falls der Nachbar keine Katze hat, gebe dem Ältesten aus der Familie ein Stück zu versuchen. Erlebt er den nächsten Sonnenaufgang, kannst Du beruhigt Deine Familie versorgen."


Karibische Lebensweisheit.


Im übrigen: In den grossen Hotels auf Grand Cayman bekommen Sie zwar Fisch, aber ausnahmslos importierten. Auch Schweinesteak steht auf der Karte. Es wird ja nicht gleich von einem Vorkoster Schweinchen stammen.