Freie Radikale sind giftige Moleküle, welche beim Verbrauch von Sauerstoff
entstehen können. Dank seiner Abwehrmechanismen kann der Organismus geringe
Mengen von freien Radikalen neutralisieren. Entsprechende Abwehrstoffe finden
sich zum Beispiel im Plasma. Zu erwähnen sind insbesondere die Harnsäure,
Albumin und Bilirubin, welche routinemässig bestimmt werden. In den Zellen
gibt es zwei Arten von regulierenden Systemen:
• Enzyme: Superoxid Dismutase, Glutathion Peroxidase (und ihre Kofaktoren),
Selen, Zink, Kupfer.
• Radikalfänger: Vitamin A, C, und E, reduziertes Glutathion,
Carotenoide, Flavonoide
Die Schädigungen, die durch oxidativen Stress entstehen, sind hauptverantwortlich
für bestimmte Krankheiten wie die Atherosklerose, Arthritis, Muskelatrophie,
grauen Star und sogar Krebs.
Die Bestimmung antiradikaler Abwehrstoffe erlaubt das Festlegen therapeutischer
Massnahmen und die gezielte Behebung der Mängel. Die Messung der Hyper-
oder der Hypo-Aktivität antioxidativer Enzyme, oder ein Mangel an Vitaminen
und antioxidativen Spurenelementen, ermöglicht individualisierte, auf
die Ernährung ausgerichtete Massnahmen.
Indikationen
Das Profil der Antioxidanzien ist bei Personen aufgrund der klinischen Beurteilung
indiziert, besonders wenn mindestens zwei der folgenden Merkmale vorliegen:
• Männer : älter als 35 Jahre; erheblicher Stress/Depression;
Raucher; familiäre Vorbelastung mit Krebs
• Frauen: älter als 40 Jahre; übrige Kriterien wie bei Männern
Die französische SUVIMAX-Studie, deren erste Resultate jüngst vor
der Französischen Gesellschaft für Atherosklerose (Societé
Francaise d’Athérosclerose) vorgestellt wurden, scheint die schützende
Wirkung der Antioxidanzien zu bestätigen. Ableitend davon dürfte
eine genügende Einnahme von Zink, Selen, Beta-Carotin und Vitamin C mit
der Nahrung das Krebsrisiko beim Menschen um ungefähr ein Drittel senken.